{"id":277,"date":"2015-10-30T04:37:30","date_gmt":"2015-10-30T03:37:30","guid":{"rendered":"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/?p=277"},"modified":"2016-11-02T21:50:49","modified_gmt":"2016-11-02T20:50:49","slug":"geld-aus-dem-nichts","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/?p=277","title":{"rendered":"Zinsen f\u00fcr \u00bbfractioned Reserve\u00ab sind illegaler Wucher!"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"motto-western\" lang=\"de-AT\"><a href=\"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/money.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-282\" src=\"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/money-300x225.jpg\" alt=\"money\" width=\"200\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/money-300x225.jpg 300w, http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/money.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><strong>Das Geld \u201eaus dem Nichts\u201cdas unsere Banken bei jeder Kreditvergabe erschaffen, wurde erstmals wissenschaftlich untersucht. Die Experten kamen zu einem vernichtenden Urteil: Der Vorgang ist illegal und ist \u2013 wissenschaftlich betrachtet \u2013 schlichtweg Wucher.<\/strong><\/h4>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"motto-western\" lang=\"de-AT\"><em><strong>Die Kontroverse dar\u00fcber, ob Banken Geld \u201eaus dem Nichts\u201c schaffen k\u00f6nnen bzw. d\u00fcrfen, ist alles andere als neu. Aber nun wurde der gesamte Vorgang der Kreditvergabe erstmals (!) wissenschaftlich dokumentiert \u2013 mit einem h\u00f6chst interessanten Ergebnis, insbesondere bez\u00fcglich der juristischen Auswirkungen auf die derzeit geltende Rechtsprechung sowie auf die Einhebung von Kreditzinsen in Relation zur juristischen Definition von Wucherei.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><b class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die \u00fcbliche Praxis<\/b>, diese \u201eSichteinlagen\u201c dann bilanziell als \u201eVerm\u00f6gen\u201c zu bezeichnen, <b>verst\u00f6\u00dft eindeutig gegen die internationalen Rechnungslegungsvorschriften<\/b>, wie das Michael Schemmann, Vorsitzender des International Institute of Certified Public Accountants (IICPA) klar darlegt.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">In seinem <b>offenen Brief<\/b> an das Financial Accounting Standards Board (FASB) und International Accounting Standards Board (IASB) vom Mai 2013 geht er mit seinen Zunftskollegen hart ins Gericht. Unmissverst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt er, <b>wie die Rechnungslegung der Banken die Regeln der Buchhaltung pervertiert<\/b>.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Leicht nachvollziehbar argumentiert er, dass eigentlich kein Wirtschaftspr\u00fcfer die Jahresabschl\u00fcsse von Banken testieren d\u00fcrfte, weil die sogenannten \u201eSichteinlagen\u201c <b>nicht den Anforderungen<\/b> der FASB Buchhaltungs-Richtlinie (ASC 305-10-20) <b>entsprechen<\/b>, welche da u.a. (frei \u00fcbersetzt) lautet: \u00bbDer Inhaber muss in der Lage sein, seine Finanzmittel [Anmerkung der Autoren: die sogenannte \u201eSichteinlage\u201c] jederzeit einzulegen oder abzuheben, ohne dass er das vorher anmelden muss und ohne, dass er daf\u00fcr eine Strafgeb\u00fchr zahlen muss.\u00ab<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Wie weit dies von der Realit\u00e4t entfernt ist, wei\u00df jeder Bankkunde, der schon einmal versucht hat, sich unangemeldet gr\u00f6\u00dfere Guthaben bar auszahlen zu lassen. (Dar\u00fcber hinaus zeigen auch die \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Statistiken der EZB, dass <b>diese Anforderung in unserem Bankensystem nie erf\u00fcllt<\/b> ist.)<\/p>\n<h3 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Falsche Rechtsprechung<\/h3>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Doch nicht nur Wirtschaftspr\u00fcfer scheinen in Bezug auf Banken die Definitionen und die <b>fachlichen Grundlagen <\/b>f\u00fcr ihre Beurteilungen <b>vergessen<\/b> zu haben. Unter Juristen (egal ob Rechtsanw\u00e4lte oder Richter) scheint die Definition von \u201eKredit\u201c so gut wie unbekannt zu sein: \u201eKredit ist die zeitweise \u00dcberlassung von eigenen Mitteln an einen anderen zur wirtschaftlichen Verwertung.\u201c (Gerhard K\u00f6bler, Juristisches W\u00f6rterbuch. 15. Ausgabe, Verlag Vahlen, M\u00fcnchen 2012)<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Das durch Bilanzverl\u00e4ngerung gesch\u00f6pfte Giralgeld der Gesch\u00e4ftsbanken entsteht als Bankverbindlichkeit (die Girokonten der Bankkunden stellen allesamt Bankverbindlichkeiten dar). Bei sachlicher Betrachtung ist offensichtlich, dass es sich dabei nicht um <b>\u201eeigene Mittel\u201c der Bank<\/b> handeln kann, denn genau diese <b>sind <\/b>ja <b>nicht vorhanden<\/b>, wenn (in der Bankbilanz) eine Verbindlichkeit ausgewiesen wird. Diese sachliche Betrachtung der Tatsachen findet jedoch so gut wie nie Eingang in rechtliche Beurteilungen.<\/p>\n<h3 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Banken-Forderungen unrechtm\u00e4\u00dfig<\/h3>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Ganz grunds\u00e4tzlich ist zu bemerken, dass <b>in der Rechtsprechung<\/b> die Tatsache der Giralgeldsch\u00f6pfung durch Gesch\u00e4ftsbanken <b>nicht ber\u00fccksichtigt <\/b>wird. Nach wie vor gehen Gerichte von der <b>fundamental falschen Annahme<\/b> aus, <b>Banken w\u00fcrden<\/b> entweder die<b> Einlagen von Sparern oder <\/b>aber <b>geliehenes Geld <\/b>von anderen Gesch\u00e4ftsbanken oder von der Zentralbank <b>als Kredite weitergeben<\/b>.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Das Unwissen um die Giralgeldsch\u00f6pfung der Gesch\u00e4ftsbanken und die mangelnde sachliche Betrachtung der tats\u00e4chlichen Sachverhalte im Bankgesch\u00e4ft f\u00fchren unvermeidlich dazu, dass die <b>Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Forderungen von Banken nie hinterfragt<\/b> wird, woraus in weiterer Folge immer <b>Fehlurteile zum Nachteil von Kreditnehmern<\/b> resultieren.<\/p>\n<h3 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Zinseszins = Wucher<\/h3>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Aus der Tatsache der Giralgeldsch\u00f6pfung der Gesch\u00e4ftsbanken ergibt sich ein weiteres, schwerwiegendes Problem. Bekanntlich fordern Gesch\u00e4ftsbanken f\u00fcr das von ihnen gesch\u00f6pfte Giralgeld (juristisch unrichtig als \u201eKredite\u201c bezeichnet) <b>Zins und Zinseszins<\/b>. Bei entsprechenden \u201eKredit\u201c-betr\u00e4gen und Laufzeiten h\u00e4ufen sich durch Zins und Zinseszins betr\u00e4chtliche Betr\u00e4ge an. Die Bank erbringt als Gegenleistung nur einige Buchungen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Warum ist das problematisch? Ganz einfach: <b>Weil diese Umst\u00e4nde<\/b> bei unvoreingenommener Betrachtung <b>den Straftatbestand des (Geld-) Wuchers erf\u00fcllen<\/b>.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Denn von (Geld-) Wucher sprechen die Strafgesetzb\u00fccher (in \u00d6sterreich StGB \u00a7 154 \u201eGeldwucher\u201c, in Deutschland StGB \u00a7 291 \u201eWucher\u201c, in der Schweiz StGB Art. 157 \u201eWucher\u201c) dann, wenn sich jemand f\u00fcr eine Leistung <b>einen Verm\u00f6gensvorteil versprechen oder gew\u00e4hren l\u00e4sst, der in auffallendem Missverh\u00e4ltnis zum Wert der eigenen Leistung steht<\/b>.<\/p>\n<h3 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Ein L\u00f6sungsvorschlag<\/h3>\n<p>Daraus resultiert, dass Geld und Buchhaltung untrennbar miteinander verbunden sind. Dadurch ergibt sich weiters, dass sich die sogenannte <strong>Finanzkrise leicht l\u00f6sen<\/strong> (und ganz nebenbei noch eine echte Demokratie einf\u00fchren) <strong>l\u00e4sst<\/strong>, indem man sich an der Wahrheit der nachfolgenden <b>drei Tatsachen<\/b> orientiert:<\/p>\n<ol>\n<li>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\" align=\"left\">Alles, was Geld betrifft, ist nur eine Frage der Buchhaltung.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Buchhaltung beruht auf Gesetzen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\" align=\"left\">Das Recht und damit die Gesetze sollten vom Volk ausgehen<br \/>\nund nicht von einer Gruppe selbsterm\u00e4chtigter Bank(st)er.<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<h3 class=\"western\" lang=\"de-AT\"><strong>Die Autoren<\/strong>:<\/h3>\n<p class=\"list-1-end-western\" lang=\"de-AT\"><strong>Reinhold Mannsberger<\/strong> ist Geldreform-Aktivist und Vorstandsmitglied des Kreditopfervereins &lt;<a href=\"http:\/\/www.kreditopferhilfe.net\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.kreditopferhilfe.net<\/a>&gt;, welcher sich daf\u00fcr einsetzt, die systemische Sch\u00e4digung der Gesellschaft durch Banken vor die Gerichte zu bringen.<\/p>\n<p class=\"list-1-end-western\" lang=\"de-AT\"><strong>Rudolf Sommer<\/strong> ist Absolvent der Wirtschaftsuniversit\u00e4t Wien. Seiner politisch unbequemen Master-Arbeit \u201eGrundlegende geldtheoretische Betrachtungen \u00fcber eine leistungsorientierte und gerechte Geldverfassung\u201c wird die Beurteilung verweigert (Rechtsstreit ist anh\u00e4ngig).<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die aktuelle Finanzkrise hat das Interesse an diesem Thema wieder neu aufleben lassen \u2013 nicht nur in akademischen Kreisen, sondern auch bei den einfachen B\u00fcrgern. (Die sich bspw. die berechtigte Frage stellen, wie es sein kann, dass Banken zusammenbrechen k\u00f6nnen, wenn diese doch \u2013 wie man immer \u00f6fter h\u00f6ren und lesen kann \u2013 Geld aus dem Nichts schaffen k\u00f6nnen, und vor allem: warum sie dann in weiterer Folge ungefragt zur \u00dcbernahme der Kosten dieser Zusammenbr\u00fcche verpflichtet werden.)<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Trotz der schwerwiegenden Auswirkungen der Finanzkrise auf die gesamte Gesellschaft blieb diese \u00fcberaus wesentliche Frage Jahrzehnte lang ungekl\u00e4rt. Zwar kann der interessierte B\u00fcrger bei Recherchen eine Menge Aussagen von \u201eFachleuten\u201c zu dem Thema finden, alle Aussagen haben jedoch eines gemeinsam: Sie st\u00fctzen sich ausschlie\u00dflich auf die (angebliche) Fachkompetenz des jeweiligen Autors. Belegte bzw. nachvollziehbare Fakten hingegen suchte man bisher vergeblich; sie schienen einfach nicht zu existieren.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Seit kurzem jedoch hat sich dies \u2013 endlich! \u2013 ge\u00e4ndert: seit dem 7. August 2013 liegen erstmals belegte Fakten zu dieser Frage vor.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Drei Theorien im Wettstreit<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">\u00dcber die Rolle der Banken in der Wirtschaft ist im vergangenen Jahrhundert und dar\u00fcber hinaus viel geschrieben worden. Oft haben sich die Autoren jedoch mit der Frage, ob die Banken Geld sch\u00f6pfen, \u00fcberhaupt nicht besch\u00e4ftigt, sie sind einfach davon ausgegangen sind, dass ihre bevorzugte Theorie den Tatsachen entspricht. Deshalb hinterfragten sie ihre bevorzugte Theorie nicht, geschweige denn dass sie verschiedene Theorien miteinander verglichen und auf ihren jeweiligen Wahrheitsgehalt hin \u00fcberpr\u00fcft h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Eine \u00dcberpr\u00fcfung der Fachliteratur identifiziert <b>drei verschiedene, sich gegenseitig ausschlie\u00dfende Theorien<\/b>, jede von ihnen war etwa ein Drittel des 20. Jahrhunderts die vorherrschende Sichtweise.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die aktuell vorherrschende Ansicht ist, dass die Banken <i>reine Finanzvermittler<\/i> sind, welche Einlagen sammeln und weitergeben, genau wie andere Finanzinstitutionen, die keine Banken sind \u2013 ohne besondere Eigenschaften. Diese Ansicht wird die <i>Finanzintermedi\u00e4r-Theorie <\/i>genannt, und sie ist die vorherrschende Sichtweise seit dem Ende der 1960er Jahre.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Etwa zwischen den 1930er und den sp\u00e4ten 1960er Jahren war die vorherrschende Sichtweise, dass das Bankensystem \u201eeinzigartig\u201c sei, da die Banken \u2013 im Gegensatz zu Finanzintermedi\u00e4ren \u2013 im Kollektiv Geld schaffen k\u00f6nnen, und zwar auf der Grundlage des <i>Teilreservemodells<\/i> (auch bekannt als <i>Multiplikatormodell<\/i>).<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Trotz ihrer kollektiven F\u00e4higkeit zur Geldsch\u00f6pfung ist jede einzelne Bank nach dieser Sichtweise nur ein reiner Finanzvermittler, der Einlagen sammelt und weiterverleiht \u2013 ohne die F\u00e4higkeit, selbst Geld zu sch\u00f6pfen. Diese Ansicht wird <em>Teilreserve-Theorie<\/em> genannt.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die dritte Theorie \u00fcber die Funktionsweise des Bankensektors ist in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts aufgekommen. Anders als bei der Finanzintermed\u00e4r-Theorie und im Einklang mit der Teilreserve-Theorie behauptet diese, dass das Bankensystem <i>neues Geld schafft<\/i>. Jedoch geht sie weiter als letztgenannte und unterscheidet sich in einer Reihe von Punkten. Diese Theorie behauptet, <b>dass jede einzelne Bank<\/b> kein Finanzvermittler ist, der bei der Kreditvergabe Spareinlagen oder Reserven der Zentralbank weiterreicht, sondern <b>den gesamten Kreditbetrag aus dem Nichts schafft<\/b>. Diese Ansicht wird <i>Kreditsch\u00f6pfungstheorie<\/i> genannt.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Nur eine kann stimmen!<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Da die Kontroverse \u00fcber die Theorien nie beigelegt wurde, herrscht gro\u00dfe Verwirrung: Heute finden wir Zentralbanken, die verschiedenen Theorien gleichzeitig anh\u00e4ngen, ohne die Widerspr\u00fcchlichkeit eines solchen Standpunktes zu erkennen (oder erkennen zu wollen). Im Fall der Bank of England sind deren Bedienstete gleichzeitig Anh\u00e4nger von <i>jeder<\/i> der drei sich gegenseitig ausschlie\u00dfenden Theorien!<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die drei Theorien basieren auf verschiedenen Beschreibungen, wie Geld und Banken funktionieren und f\u00fchren dementsprechend zu unterschiedlichen Vorschriften zur Bankenregulierung. <b>Eine wirksame Bankenregulierung ist logischerweise nur m\u00f6glich, wenn man ihr <\/b><b>jene<\/b><b> Theorie zugrundelegt, die der praktischen Realit\u00e4t entspricht;<\/b> also spielt es eine bedeutende Rolle, welche der drei Theorien richtig ist.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">An dieser Stelle sei noch soviel gesagt: Der moderne Ansatz zur Regulierung von Banken, so wie er sp\u00e4testens seit Basel I (1988) umgesetzt ist, basiert auf der Annahme, dass die <i>Finanzintermedi\u00e4r-Theorie<\/i> richtig ist.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Beim Reality-Check kann man auf jeden Fall eines feststellen: Die eigenmittelbasierten Ans\u00e4tze f\u00fcr die Bankenregulierungen, wie sie vom Basler Ausschuss f\u00fcr Bankenaufsicht in Form von Basel I und II umgesetzt wurden, hat uns bisher nicht vor gro\u00dfen Bankenkrisen gesch\u00fctzt.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die besch\u00e4mende Rolle der Wissenschaft<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Wie kann es sein, dass es in einer so fundamentalen Frage, wie der, ob (einzelne) Banken Geld aus dem Nichts schaffen k\u00f6nnen oder nicht, \u00fcber ein Jahrhundert kaum einen Fortschritt gegeben hat?<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Eine Ursache liegt sicherlich in der Methode, die in der Wirtschaftswissenschaft des 20. Jahrhunderts vorherrscht, n\u00e4mlich die hypothetisch-deduktive Methode: Unbewiesene \u201eAxiome\u201c werden \u201epostuliert\u201c, unrealistische Annahmen hinzugef\u00fcgt und daraus werden theoretische Modelle gebaut. \u00dcber diese Modelle l\u00e4sst sich dann trefflich streiten, was aber nicht dazu f\u00fchrt, dass man der Kl\u00e4rung der Frage entscheidend n\u00e4her kommt, welche der Theorien nun den Tatsachen entspricht.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Doch wie kann die Angelegenheit gekl\u00e4rt werden? Ganz einfach so, wie man das in ernstzunehmenden Wissenschaften macht: Durch die induktive Methode. Man verl\u00e4sst die Welt der deduktiven theoretischen Modelle und l\u00e4sst die empirische Realit\u00e4t als Schiedsrichter \u00fcber die Wahrheit walten.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Mit anderen Worten: Man kl\u00e4rt die Angelegenheit durch empirische Beweise. Und dazu muss in aller Deutlichkeit gesagt werden: Die Wirtschaftswissenschaften haben sich hier nicht mit Ruhm bekleckert. Mehr als ein Jahrhundert lang (!) haben sie es nicht geschafft, auch nur eine einzige empirische \u00dcberpr\u00fcfung ihrer Theorien durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Polemik statt Wissenschaft<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Dabei f\u00e4llt auf, dass die lange Kontroverse um diese Theorien oftmals h\u00f6chst irrational gef\u00fchrt wurde. Man verwendete verschiedenste rhetorische Mittel, um die jeweils anderen Theorien zu verunglimpfen; insbesondere die Kreditsch\u00f6pfungstheorie und ihre Anh\u00e4nger wurden und werden immer wieder verspottet, l\u00e4cherlich gemacht und beleidigt. Von Sachlichkeit, die man von ernstzunehmender Wissenschaft erwarten w\u00fcrde, ist oft keine Spur.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Beispielhaft und stellvertretend sei hier ein bekanntes Nachschlagewerk zum Thema Geld (Eatwell, John, Milgate, Murray, &amp; Newman, Peter: The New Palgrave Money) erw\u00e4hnt, welches f\u00fcr sich beansprucht, ausgewogene Perspektiven zu bieten. Es enth\u00e4lt ein Kapitel mit dem Titel \u201eSpinner\u201c (original: \u201ecranks\u201c). Das Kapitel endet mit einer Litanei an ad hominem Verunglimpfungen, Verleumdungen und Rufmorden, indem gro\u00dfz\u00fcgig Bezeichnungen wie \u201eSpinner\u201c, \u201ePhrasendrescher\u201c, \u201eAgitatoren\u201c, \u201ePopulisten\u201c und sogar \u201eVerschw\u00f6rungstheoretiker\u201c vergeben werden, anstatt sachliche und nachvollziehbare Argumente vorzubringen.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die empirische \u00dcberpr\u00fcfung<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die erste empirische \u00dcberpr\u00fcfung dieser drei Theorien auf ihre G\u00fcltigkeit in der Realit\u00e4t \u00fcberhaupt erfolgte am 7. August 2013 durch Prof. Richard Werner in Form des Abschlusses eines echten Kreditvertrages bei einer kleinen, regional verwurzelten Genossenschaftsbank (Raiffeisenbank Wildenberg e.G.) in Deutschland.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die \u00dcberpr\u00fcfung wurde nicht zuletzt deshalb bei einer kleinen Bank durchgef\u00fchrt, weil gro\u00dfe Banken eine Mitarbeit abgelehnt haben. Als Begr\u00fcndung wurde von den gro\u00dfen Banken in der Regel angegeben, dass die erforderliche Offenlegung der internen Buchhaltung das Bankgeheimnis oder die IT-Sicherheitsregeln verletzen w\u00fcrden und dass andererseits bei dem gro\u00dfen Transaktionsvolumen die geplante \u00dcberpr\u00fcfung sehr schwierig durchzuf\u00fchren w\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die Durchf\u00fchrung der Untersuchung bei einer kleinen Bank bedeutet aber keinen Nachteil, weil alle Banken in der EU nach den gleichen europ\u00e4ischen Vorschriften arbeiten (m\u00fcssen), womit die empirischen Informationen auf jeden Fall repr\u00e4sentativ sind.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die Bank gew\u00e4hrte den Kredit und legte alle relevanten Aufzeichnungen der internen Buchhaltung (die Tagesbilanzen) offen, ebenso den internen Standardablauf ihres Kreditvergabeverfahrens. Es wurde eine schriftliche Vereinbarung unterzeichnet, die best\u00e4tigt, dass die geplanten Transaktionen Teil einer wissenschaftlichen empirischen Untersuchung sind und dass sich der Forscher nicht mit den Mitteln davonmacht, wenn diese auf sein pers\u00f6nliches Konto \u00fcberwiesen werden. Weiters wurde vereinbart, dass der Kredit unmittelbar nach Abschluss der Untersuchung wieder getilgt wird.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Neben den beiden (einzigen) Direktoren der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung war auch der Leiter der Kreditabteilung anwesend. Die Direktoren waren unbeteiligte Zuschauer, sie hatten weder Zugang zu Computer-Terminals noch gaben sie irgendwelche Anweisungen. Der Leiter der Kreditabteilung nahm auch die Funktion des Kundenbetreuers wahr und war der einzige Vertreter der Bank, der in den Ablauf der Kreditvergabe involviert war: am Anfang, bei der Kundendokumentation, beim Unterzeichnen des Kreditvertrages und der Buchung des Kreditbetrages auf das Konto des Kreditnehmers am Schluss. Die gesamte Transaktion, einschlie\u00dflich der manuellen Eingaben des Kundenbetreuers, wurden gefilmt, und auch die Bildschirme des bankinternen IT-Terminals wurden fotografiert. Dar\u00fcber hinaus war ein Team von der BBC vor Ort und filmte den Hauptteil dieses empirischen Bankkredit-Experiments.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die entscheidende Frage bei der Untersuchung war klarerweise: <b>Woher hat die Bank die Mittel erhalten, die dem Kreditnehmer (dem Forscher) gutgeschrieben wurden?<\/b><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Als der Forscher entsprechend der Teilreserve-Theorie nach Reserveguthaben der Bank fragte, wurde erkl\u00e4rt, dass die Bank ihre Reserven bei der zentralen Organisation der Genossenschaftsbanken h\u00e4lt, welche wiederum ein Konto bei der Zentralbank h\u00e4lt. Diese Zentralbankreserven beliefen sich auf einen Betrag von \u20ac\u00a0350\u00a0000, welcher sich <b>w\u00e4hrend des Beobachtungszeitraums <\/b><b>nicht ver\u00e4ndert hat<\/b>.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Auch wurde festgestellt und best\u00e4tigt, dass keiner der Bankmitarbeiter zus\u00e4tzliche Aktivit\u00e4ten durchf\u00fchrte, wie zum Beispiel die Ermittlung der verf\u00fcgbaren Einlagen oder Gelder innerhalb der Bank \u2013 oder Anweisungen zu geben, Mittel aus anderweitigen Quellen auf das Konto des Kreditnehmers zu \u00fcberweisen (z.B. durch das Kontaktieren der bankinternen Finanzierungsabteilung, um bankexterne Interbanken-Finanzierungsquellen zu beauftragen). Es wurden auch <b>keine Anweisungen gegeben, Reserven zu reduzieren oder sich Reserven zu leihen<\/b>, weder bei der Zentralbank, noch bei der Zentrale der Genossenschaftsbanken oder bei einer anderen Bank oder Organisation.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Mit anderen Worten: Es war offensichtlich, dass nach der Unterzeichnung des Kreditvertrags durch beide Parteien <b>sofort die Mittel auf das Kreditkonto gebucht wurden<\/b>, ohne weitere Kontrolle oder Anweisungen, um Mittel zu transferieren. Es gab keine Verz\u00f6gerungen oder Beratungen oder andere Buchungen. Der Kreditnehmer sah im Moment der Kreditvergabe die Erh\u00f6hung seines Kreditkontostandes. Die gesamte Prozedur der Kreditvergabe, von Anfang bis Ende, bis die Mittel auf dem Kreditkonto verf\u00fcgbar waren, dauerte ungef\u00e4hr 35 Minuten (und wurde durch das Filmen und die h\u00e4ufigen Fragen des Forschers deutlich gebremst).<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Alle Mitarbeiter der Bank best\u00e4tigten, dass sie weder vor noch nach der Unterzeichnung des Kreditvertrags und vor der Buchung auf das Kreditnehmerkonto Ausk\u00fcnfte von irgendwelchen Dritten innerhalb oder au\u00dferhalb der Bank eingeholt h\u00e4tten; weiters dass sie nicht den Stand der verf\u00fcgbaren Einlagen gepr\u00fcft oder in Verbindung mit dem Kreditvertrag Buchungen irgendeiner Art oder \u00dcberweisungen durchgef\u00fchrt haben.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die Ergebnisse<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die unterschiedlichen Theorien m\u00fcssen sich in den (Tages-) Bilanzen der Bank nat\u00fcrlich auch unterschiedlich ausdr\u00fccken.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die Schl\u00fcsselfrage ist, ob dieser Betrag als Voraussetzung f\u00fcr die Buchung des gutgeschriebenen Betrages <b>von einem anderen Konto abgezogen<\/b> wird, was zur Reduktion anderer Gr\u00f6\u00dfen in der Bilanz \u2013 entweder Reserven (wie die Teilreserve-Theorie behauptet) oder anderer Mittel \u2013 f\u00fchrt (wie die Finanzintermedi\u00e4r-Theorie behauptet).<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Sollte festgestellt werden, dass die Bank in der Lage ist, die Kreditsumme des Kreditnehmers zu buchen, ohne Geld von einem anderen internen oder externen Konto abzubuchen, w\u00fcrde das einen Anscheinsbeweis daf\u00fcr darstellen, dass die Bank in der Lage war,<b> die Kreditsumme aus dem Nichts zu schaffen<\/b>.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Dieser Fall w\u00fcrde die Kreditsch\u00f6pfungstheorie st\u00fctzen und demnach m\u00fcsste die Theorie, dass die einzelne Bank ein Vermittler ist, der zuerst Einlagen oder andere Mittel sammeln muss, bevor er Kredite gew\u00e4hren kann (in \u00dcbereinstimmung mit der Teilreserve-Theorie oder der Finanzintermedi\u00e4r-Theorie), verworfen werden.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Analysiert man nun die Informationen \u00fcber die Passiva in den offengelegten Tagesbilanzen, erkennt man sofort, dass die <b>Kundeneinlagen Teil der Bilanz <\/b>des Kreditinstituts sind.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Stimmt die Finanzintermedi\u00e4r-Theorie?<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die <i><b>Finanzintermedi\u00e4r-Theorie<\/b><\/i> geht davon aus, dass Banken sich nicht von anderen Finanzinstitutionen unterscheiden, die keine Banken sind. Nun ist es jedoch so, dass andere Finanzinstitutionen ihre Kundeneinlagen au\u00dferhalb der Bilanz halten m\u00fcssen. Also <b>kann ausgeschlossen werden, dass die Finanzintermedi\u00e4r-Theorie der praktischen Realit\u00e4t entspricht<\/b>.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Weiters ist auf der Passivseite der Bilanz eine <b>Zunahme der Verbindlichkeiten<\/b> zu beobachten, die dem Kreditbetrag entspricht. Eine vorhergehende Erh\u00f6hung der Einlagen, die die Teilreserve-Theorie als Voraussetzung f\u00fcr eine Kreditvergabe fordert, ist nicht erkennbar. Die Passivseite der Bilanz scheint <b>nur mit der Kreditsch\u00f6pfungstheorie im vollkommenen Einklang<\/b> zu stehen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Auf der Aktivseite der Bilanz ist zu beobachten, dass die Reserven weniger wurden, w\u00e4hrend die Forderungen an Kunden deutlich gestiegen sind. Dar\u00fcber hinaus ist auch die Bilanzsumme um einen Betrag gestiegen, der in etwa dem Kreditsaldo entspricht.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Entsprechend der Finanzintermedi\u00e4r-Theorie w\u00e4re zudem ein R\u00fcckgang der Reserven (Guthaben bei anderen Finanzinstituten und Barmittel) um denselben Betrag wie der Betrag der Steigerung an Kundenkrediten zu erwarten. Die Reserven haben aber um weit weniger abgenommen. Zur gleichen Zeit wurde die Bilanz durch eine deutliche Zunahme der Forderungen an Kunden verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Wenn die Bank sich, entsprechend der Finanzintermedi\u00e4r-Theorie, Geld von anderen Banken geliehen h\u00e4tte, um den Kredit zu finanzieren, sollte sich weder der Kassenbestand erh\u00f6ht, noch die Bilanz verl\u00e4ngert haben. Somit <b>muss <\/b><b>die Finanzintermedi\u00e4r-Theorie verworfen werden<\/b>.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Stimmt die Teilreserve-Theorie?<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Wenn wir die <i><b>Teilreserve-Theorie<\/b><\/i> betrachten, kann durch die Befragung der Bankmitarbeiter ausgeschlossen werden, dass jemand von ihnen vor der Unterzeichnung des Kreditvertrags die H\u00f6he der Reserven oder der Guthaben bei anderen Banken \u00fcberpr\u00fcft hat, um f\u00fcr den Kreditnehmer Mittel verf\u00fcgbar zu machen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Dar\u00fcber hinaus scheint es keine Indizien daf\u00fcr zu geben, dass die Reserven in einem der Kreditvergabe entsprechenden Ma\u00df zur\u00fcckgegangen w\u00e4ren. Schlie\u00dflich kann die beobachtete Ausweitung (Verl\u00e4ngerung) der Bilanz auch nicht mit der Standardbeschreibung der Teilreserve-Theorie in Einklang gebracht werden. Daher <b>m\u00fcssen wir auch die Teilreserve-Theorie verwerfen<\/b>.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Nur die Kreditsch\u00f6pfungstheorie stimmt!<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Auf Grund dieser Beweisf\u00fchrung <b>verbleibt nur mehr die Kreditsch\u00f6pfungstheorie<\/b>. Wenn man alle anderen Transaktionen ausschlie\u00dft, zeigt eine einfache Kontrollrechnung, dass sich die Bilanz der Bank um den gleichen Betrag verl\u00e4ngert, wie Kredite vergeben wurden. Diese Feststellung stimmt nur mit der Kreditsch\u00f6pfungstheorie \u00fcberein.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\"><strong>Fazit<\/strong><\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Weder die Finanzintermedi\u00e4r-Theorie noch die Teilreserve-Theorie kann mit der praktisch beobachteten Realit\u00e4t in Einklang gebracht werden. Das ist ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Kreditsch\u00f6pfungstheorie m\u00f6glich.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Dadurch steht aber eindeutig fest: <b>Dass Banken\u00a0Geld aus dem Nichts schaffen, ist kein Mythos, <\/b><b>sondern tagt\u00e4gliche Realit\u00e4t<\/b><b>.<\/b><\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Juristische Folgerungen<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Aus bilanzrechtlicher Sicht handelt es sich bei der (Giral-) Geldsch\u00f6pfung durch Gesch\u00e4ftsbanken um eine Bilanzverl\u00e4ngerung. Es entsteht in diesem Buchungssatz gleichzeitig eine Forderung und eine Verbindlichkeit (die einander aus wirtschaftlichen und logischen Gr\u00fcnden sofort gegenseitig aufheben) gegen\u00fcber derselben Person: dem Kreditnehmer.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Dieser Buchungssatz dokumentiert, dass der Kreditnehmer zugleich auch Gl\u00e4ubiger der Bank im Sinne von Verf\u00fcger \u00fcber diese sogenannten \u201eSichteinlagen\u201c oder \u201eSicht\u00adgut\u00adhaben\u201c ist (denn diese \u201eSichteinlagen\u201c stehen auf der Passivseite der Bankbilanz und stellen aus Sicht der Gesch\u00e4ftsbank eine Verbindlichkeit dar).<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Die derzeitige Praxis ist illegal!<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\"><b>Die \u00fcbliche Praxis<\/b>, diese \u201eSichteinlagen\u201c dann bilanziell als \u201eVerm\u00f6gen\u201c zu bezeichnen, <b>verst\u00f6\u00dft eindeutig gegen die internationalen Rechnungslegungsvorschriften<\/b>, wie das Michael Schemmann, Vorsitzender des International Institute of Certified Public Accountants (IICPA) klar darlegt.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">In seinem <b>offenen Brief<\/b> an das Financial Accounting Standards Board (FASB) und International Accounting Standards Board (IASB) vom Mai 2013 geht er mit seinen Zunftskollegen hart ins Gericht. Unmissverst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt er, <b>wie die Rechnungslegung der Banken die Regeln der Buchhaltung pervertiert<\/b>.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Leicht nachvollziehbar argumentiert er, dass eigentlich kein Wirtschaftspr\u00fcfer die Jahresabschl\u00fcsse von Banken testieren d\u00fcrfte, weil die sogenannten \u201eSichteinlagen\u201c <b>nicht den Anforderungen<\/b> der FASB Buchhaltungs-Richtlinie (ASC 305-10-20) <b>entsprechen<\/b>, welche da u.a. (frei \u00fcbersetzt) lautet: \u00bbDer Inhaber muss in der Lage sein, seine Finanzmittel [Anmerkung der Autoren: die sogenannte \u201eSichteinlage\u201c] jederzeit einzulegen oder abzuheben, ohne dass er das vorher anmelden muss und ohne, dass er daf\u00fcr eine Strafgeb\u00fchr zahlen muss.\u00ab<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Wie weit dies von der Realit\u00e4t entfernt ist, wei\u00df jeder Bankkunde, der schon einmal versucht hat, sich unangemeldet gr\u00f6\u00dfere Guthaben bar auszahlen zu lassen. (Dar\u00fcber hinaus zeigen auch die \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Statistiken der EZB, dass <b>diese Anforderung in unserem Bankensystem nie erf\u00fcllt<\/b> ist.)<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Falsche Rechtsprechung<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Doch nicht nur Wirtschaftspr\u00fcfer scheinen in Bezug auf Banken die Definitionen und die <b>fachlichen Grundlagen <\/b>f\u00fcr ihre Beurteilungen <b>vergessen<\/b> zu haben. Unter Juristen (egal ob Rechtsanw\u00e4lte oder Richter) scheint die Definition von \u201eKredit\u201c so gut wie unbekannt zu sein: \u201eKredit ist die zeitweise \u00dcberlassung von eigenen Mitteln an einen anderen zur wirtschaftlichen Verwertung.\u201c (Gerhard K\u00f6bler, Juristisches W\u00f6rterbuch. 15. Ausgabe, Verlag Vahlen, M\u00fcnchen 2012)<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Das durch Bilanzverl\u00e4ngerung gesch\u00f6pfte Giralgeld der Gesch\u00e4ftsbanken entsteht als Bankverbindlichkeit (die Girokonten der Bankkunden stellen allesamt Bankverbindlichkeiten dar). Bei sachlicher Betrachtung ist offensichtlich, dass es sich dabei nicht um <b>\u201eeigene Mittel\u201c der Bank<\/b> handeln kann, denn genau diese <b>sind <\/b>ja <b>nicht vorhanden<\/b>, wenn (in der Bankbilanz) eine Verbindlichkeit ausgewiesen wird. Diese sachliche Betrachtung der Tatsachen findet jedoch so gut wie nie Eingang in rechtliche Beurteilungen.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Banken-Forderungen unrechtm\u00e4\u00dfig<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Ganz grunds\u00e4tzlich ist zu bemerken, dass <b>in der Rechtsprechung<\/b> die Tatsache der Giralgeldsch\u00f6pfung durch Gesch\u00e4ftsbanken <b>nicht ber\u00fccksichtigt <\/b>wird. Nach wie vor gehen Gerichte von der <b>fundamental falschen Annahme<\/b> aus, <b>Banken w\u00fcrden<\/b> entweder die<b> Einlagen von Sparern oder <\/b>aber <b>geliehenes Geld <\/b>von anderen Gesch\u00e4ftsbanken oder von der Zentralbank <b>als Kredite weitergeben<\/b>.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Das Unwissen um die Giralgeldsch\u00f6pfung der Gesch\u00e4ftsbanken und die mangelnde sachliche Betrachtung der tats\u00e4chlichen Sachverhalte im Bankgesch\u00e4ft f\u00fchren unvermeidlich dazu, dass die <b>Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Forderungen von Banken nie hinterfragt<\/b> wird, woraus in weiterer Folge immer <b>Fehlurteile zum Nachteil von Kreditnehmern<\/b> resultieren.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Zinseszins = Wucher<\/h2>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Aus der Tatsache der Giralgeldsch\u00f6pfung der Gesch\u00e4ftsbanken ergibt sich ein weiteres, schwerwiegendes Problem. Bekanntlich fordern Gesch\u00e4ftsbanken f\u00fcr das von ihnen gesch\u00f6pfte Giralgeld (juristisch unrichtig als \u201eKredite\u201c bezeichnet) <b>Zins und Zinseszins<\/b>. Bei entsprechenden \u201eKredit\u201c-betr\u00e4gen und Laufzeiten h\u00e4ufen sich durch Zins und Zinseszins betr\u00e4chtliche Betr\u00e4ge an. Die Bank erbringt als Gegenleistung nur einige Buchungen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Warum ist das problematisch? Ganz einfach: <b>Weil diese Umst\u00e4nde<\/b> bei unvoreingenommener Betrachtung <b>den Straftatbestand des (Geld-) Wuchers erf\u00fcllen<\/b>.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Denn von (Geld-) Wucher sprechen die Strafgesetzb\u00fccher (in \u00d6sterreich StGB \u00a7 154 \u201eGeldwucher\u201c, in Deutschland StGB \u00a7 291 \u201eWucher\u201c, in der Schweiz StGB Art. 157 \u201eWucher\u201c) dann, wenn sich jemand f\u00fcr eine Leistung <b>einen Verm\u00f6gensvorteil versprechen oder gew\u00e4hren l\u00e4sst, der in auffallendem Missverh\u00e4ltnis zum Wert der eigenen Leistung steht<\/b>.<\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-AT\">Ein L\u00f6sungsvorschlag<\/h2>\n<p>Daraus resultiert, dass Geld und Buchhaltung untrennbar miteinander verbunden sind. Dadurch ergibt sich weiters, dass sich die sogenannte <strong>Finanzkrise leicht l\u00f6sen<\/strong> (und ganz nebenbei noch eine echte Demokratie einf\u00fchren) <strong>l\u00e4sst<\/strong>, indem man sich an der Wahrheit der nachfolgenden <b>drei Tatsachen<\/b> orientiert:<\/p>\n<ol>\n<li>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\" align=\"left\">Alles, was Geld betrifft, ist nur eine Frage der Buchhaltung.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">Buchhaltung beruht auf Gesetzen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\" align=\"left\">Das Recht und damit die Gesetze sollten vom Volk ausgehen<br \/>\nund nicht von einer Gruppe selbsterm\u00e4chtigter Bank(st)er.<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"western\" lang=\"de-AT\"><strong>Die Autoren<\/strong>:<\/h3>\n<p class=\"list-1-end-western\" lang=\"de-AT\"><strong>Reinhold Mannsberger<\/strong> ist Geldreform-Aktivist und Vorstandsmitglied des Kreditopfervereins &lt;<a href=\"http:\/\/www.kreditopferhilfe.net\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.kreditopferhilfe.net<\/a>&gt;, welcher sich daf\u00fcr einsetzt, die systemische Sch\u00e4digung der Gesellschaft durch Banken vor die Gerichte zu bringen.<\/p>\n<p class=\"list-1-end-western\" lang=\"de-AT\"><strong>Rudolf Sommer<\/strong> ist Absolvent der Wirtschaftsuniversit\u00e4t Wien. Seiner politisch unbequemen Master-Arbeit \u201eGrundlegende geldtheoretische Betrachtungen \u00fcber eine leistungsorientierte und gerechte Geldverfassung\u201c wird die Beurteilung verweigert (Rechtsstreit ist anh\u00e4ngig).<\/p>\n<h3 class=\"western\" lang=\"de-AT\"><strong>Quellen<\/strong>:<\/h3>\n<p class=\"list-1-western\" lang=\"de-AT\">Richard A. Werner, Can banks individually create money out of nothing? \u2013<br \/>\nThe theories and the empirical evidence. International Review of Financial Analysis 36 (2014)<br \/>\n(online: &lt;<a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S1057521914001070\">http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S1057521914001070<\/a>&gt;)<\/p>\n<p class=\"list-1-western\" lang=\"de-AT\">Deutsche Version (freie \u00dcbersetzung)<br \/>\n(online: &lt;<a href=\"http:\/\/www.kreditopferhilfe.net\/geld-aus-dem-nichts\">http:\/\/www.kreditopferhilfe.net\/geld-aus-dem-nichts<\/a>&gt;)<\/p>\n<p>Geld aus dem Nichts \u2013 Mythos oder Tatsache?<br \/>\n(online: &lt;http:\/\/www.neopresse.com\/finanzsystem\/geld-aus-dem-nichts-mythos-oder-tatsache\/&gt;)<\/p>\n<p class=\"list-1-western\" lang=\"de-AT\">Michael Schemmann, Open letter to FASB and IASB<br \/>\n(online: &lt;<a href=\"http:\/\/www.iicpa.com\/articles\/Open%20letter%20accounting%20perversion.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.iicpa.com\/articles\/Open%20letter%20accounting%20perversion.pdf<\/a>&gt;)<\/p>\n<p class=\"list-1-western\" lang=\"de-AT\">Deutsche Fassung (freie \u00dcbersetzung)<br \/>\n(online: &lt;<a href=\"http:\/\/www.kreditopferhilfe.net\/schemmann-brief-iasb\">http:\/\/www.kreditopferhilfe.net\/schemmann-brief-iasb<\/a>&gt;)<\/p>\n<p class=\"list-1-western\" lang=\"de-AT\">Michael K\u00f6hler, Humes Dilemma \u2013 oder: Was ist Geld? \u201eGeldsch\u00f6pfung\u201c der Banken als Verm\u00f6gensrechtsverletzung. Grundlagen und Dogmatik des gesamten Strafrechtssystems;<br \/>\nFestschrift f\u00fcr Wolfgang Frisch zum 70. Geburtstag. Duncker &amp; Humbolt, Berlin 2013<br \/>\n(online: &lt;<a href=\"http:\/\/www.kreditopferhilfe.net\/koehler-geldschoepfung\" target=\"_blank\">http:\/\/www.kreditopferhilfe.net\/koehler-geldschoepfung<\/a>&gt;)<\/p>\n<p class=\"list-1-western\" lang=\"de-AT\">Pan Pawlakudis, Juristische Wertung der privaten Geldsch\u00f6pfung (online: &lt;<a href=\"http:\/\/www.spd.de\/profil\/15711666\/blog\/juristische-wertung-der-privaten-geldschpfung\" target=\"_blank\">http:\/\/www.spd.de\/profil\/15711666\/blog\/juristische-wertung-der-privaten-geldschpfung<\/a>&gt;)<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-AT\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Geld \u201eaus dem Nichts\u201cdas unsere Banken bei jeder Kreditvergabe erschaffen, wurde erstmals wissenschaftlich untersucht. 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