{"id":354,"date":"2016-12-07T13:13:16","date_gmt":"2016-12-07T12:13:16","guid":{"rendered":"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/?p=354"},"modified":"2016-12-29T10:40:25","modified_gmt":"2016-12-29T09:40:25","slug":"wird-trump-zum-friedensengel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/?p=354","title":{"rendered":"Wird Trump zum Friedensbringer?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/donald-trump-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-379\" src=\"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/donald-trump-4-300x169.jpg\" width=\"200\" height=\"113\" srcset=\"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/donald-trump-4-300x169.jpg 300w, http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/donald-trump-4-768x432.jpg 768w, http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/donald-trump-4-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/donald-trump-4.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Es war die \u00dcberraschung schlechthin. Donald Trump erkl\u00e4rte in einer Rede (siehe <strong><a href=\"https:\/\/www.rt.com\/usa\/369439-trump-military-plan-tour\/\">hier<\/a><\/strong>) \u00f6ffentlich: \u00bb&#8230;und wir m\u00fcssen damit aufh\u00f6ren, in fremde L\u00e4nder einzumarschieren, um dort Regierungen zu st\u00fcrzen, die wir nicht einmal kennen&#8230;!\u00ab<\/p>\n<p>Was wird das? Donald Trump in der Rolle des Friedensstifters?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann das auch nur eine weitere Sprechblase gewesen sein, die er nach kurzer Zeit wieder vergessen hat. Aber wenn nicht, dann besteht hier doch noch eine Chance f\u00fcr die Welt, dem n\u00e4chsten Krieg auszuweichen, der inzwischen \u2013 glaubt man Obama, Hillary sowie den Mainstream-Medien \u2013 schon fast \u00bbalternativlos\u00ab sein soll.<\/p>\n<p>Auch wenn Trump ein kindischer und narzisstischer Egomane mit den Manieren eines pubertierenden R\u00fcpels ist, so sehe ich lieber ihn auf den Pr\u00e4sidentensitz als eine Kriegstreiberin wie Hillary, die \u2013 immer kultiviert und beherrscht auftretend, aber ohne jeden Funken eines Gewissens \u2013 uns alle in den Dritten Weltkrieg f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Auch Obama, der Tr\u00e4ger des Friedensnobelpreises (warum eigentlich?), der sich mit dem Versprechen \u00bbWe are change!\u00ab das Vertrauen der US-W\u00e4hler erschlichen hat, um danach \u2013 obwohl Demokrat \u2013 die erzkonservative Politik des immerw\u00e4hrenden Krieges \u00bbgegen den Terror\u00ab eines George W. Bush nahtlos fortzusetzen, war f\u00fcr mich aus eben diesem Grund eine herbe Entt\u00e4uschung. Der einzige feststellbare \u00bbChange\u00ab in seiner Amtszeit war die massive Zunahme der Zahl von illegalen Drohnent\u00f6tungen durch Drohnen des U.S. Milit\u00e4rs im Ausland. Wie man vernimmt, stehen bis zu 3.000 Menschen jede Woche auf der Todesliste, die er jeden Dienstag im Oval Office unterzeichnete.<\/p>\n<h3>Nur eine Trump-Sprechblase?<\/h3>\n<p>Nat\u00fcrlich kann auch der eingangs erw\u00e4hnte Wunsch nach Frieden aus dem Mund von Donald Trump blo\u00df eine seiner Sprechblasen sein, die schon morgen wieder vergessen ist. Doch dieser \u00bbfriedliche\u00ab Ansatz erscheint f\u00fcr ihn aus einem Grund logisch: Trump betreibt Immobiliengesch\u00e4fte, und Immobilien werden nur in\u00a0 Friedenszeiten gekauft. Niemand w\u00fcrde jemals eine Immobilie mitten in einem Kriegsgebiet kaufen, und w\u00e4re es das tollste Penthouse am Maidan oder (im Augenblick) in Aleppo.<\/p>\n<p>Die US-Waffenlobby dagegen verdient unvergleichlich besser am Krieg als am Frieden. Erst wenn Waffen sprechen, ist der US-Steuerzahler (bzw. der Kongress) bereit, dem Milit\u00e4r so tolle Spielzeuge wie Hellfire-Raketen zum Preis von rund 100.000 Dollar pro St\u00fcck in gr\u00f6\u00dferen Mengen zu kaufen. Und genau daran verdienen die R\u00fcstungsfirmen und ebenso die Banken, welche die Aktien dieser\u00a0 Firmen besitzen, und es verdienen die Elite-Familien wie Rothschild, denen diese gro\u00dfen Privatbanken geh\u00f6ren.<\/p>\n<h3>Die immerw\u00e4hrende Bedrohung<\/h3>\n<p>Friedenszeiten dagegen bedeuten f\u00fcr die Waffen-Branche Stagnation und sinkende Verkaufszahlen. Deshalb wurden die USA von der Elite \u00fcbrigens auch stets mit einer neuen \u00bbBedrohung\u00ab versorgt: Erst kam, kaum dass man (gemeinsam mit den Russen!) die Nazis besiegt hatte, aus genau diesem Russland pl\u00f6tzlich die kommunistische Gefahr, propagiert unter McCarthy und sp\u00e4ter exekutiert in Korea und Vietnam sowie erneut in Chile (durch die Ermordung des <em>kommunistischen<\/em> Pr\u00e4sidenten Allende).<\/p>\n<p>Danach kam der \u00bbKrieg gegen Drogen\u00ab: mit dem Argument, man w\u00fcrde ja nur Drogengangster bek\u00e4mpfen,\u00a0 konnte der CIA jede missliebige Regierung in Mittelamerika ungestraft st\u00fcrzen und \u2013 wie etwa Grenada \u2013 v\u00f6llig grundlos mit US-Milit\u00e4r einen fremden Staat angreifen, ohne dass sich jemand aufregte. Und nun l\u00e4uft seit dem 11. September 2001 ein diffuser \u00bbKrieg gegen den Terror\u00ab, der inzwischen zu einem furiosen Rundumschlag gegen fast alle L\u00e4nder in Nahost geworden ist (au\u00dfer nat\u00fcrlich gegen Israel).<\/p>\n<h3>Ewiger Krieg<\/h3>\n<p>Das Geniale dabei: Dieser Krieg kann ewig weiter gef\u00fchrt werden, denn hier wird kein konkreter Feind mehr definiert. Dieser Krieg richtet sich gegen keinen bestimmten Staat. Statt dessen kann nach Belieben jeder Staat in der Region angegriffen und bombardiert werden. Als scheinbare Begr\u00fcndung reicht schon die blo\u00dfe (und kaum beweisbare) fadenscheinige Behauptung, der betreffende Staat w\u00fcrde eben \u00bbden Terrorismus unterst\u00fctzen\u00ab.<\/p>\n<p>Dies alleine reicht heute schon als \u00bbanerkannter\u00ab Grund, einen Staat zu \u00fcberfallen und zur\u00fcck in die Steinzeit zu bombardieren, so wie es in Afghanistan, im Irak und in Libyen geschah und in Syrien gerade versucht wird.<\/p>\n<p>Und mit jedem Angriff verdient die oben erw\u00e4hnte Elite noch mehr Geld&#8230;<\/p>\n<p>Somit w\u00e4re ein letzter, verzweifelter Versuch der Elite verst\u00e4ndlich, diesen \u00bbunkontrollierbaren\u00ab Trump unter Einsatz aller Tricks doch noch irgendwie loszuwerden. der letzte Versuch ist bereits gescheitert. Es gelang nicht, 37 der republikanischen Wahlm\u00e4nner \u00bbumgzudrehen\u00ab. Sie h\u00e4tten als \u00bbfaithless electors\u00ab (\u00bbtreulose Wahlm\u00e4nner\u00ab) statt Trump einen anderen Kandidaten w\u00e4hlen sollen.<\/p>\n<h3>Wer ist John Kasich?<\/h3>\n<p>Auch den Namen dieses Kompromisskandidaten haben die Regisseure dieser Demokratie-Farce schon l\u00e4ngst parat: John Kasich. Mir ist dieser Name schon im Sommer 2016 aufgefallen, als ich die Teilnehmerliste der diesj\u00e4hrigen Bilderberg-Konferenz erhielt: Dort scheint neben den \u00fcblichen politischen Schwergewichten auch ein relativ unwichtiger US-Gouverneur von Ohio namens John Kasich (!) auf. Ich wunderte mich damals: Was hat ein ganz gew\u00f6hnlicher Gouverneur in diesem Bereich der obersten Entscheidungstr\u00e4ger verloren?<\/p>\n<p>Heute ist klar: Er wurde bereits damals als m\u00f6glicher n\u00e4chster Pr\u00e4sident der USA von den Bilderbergern abgesegnet.<\/p>\n<p>W\u00e4re der Elite dieser Coup gelungen, dann h\u00e4tte sie mit John Kasich letztendlich doch noch ihre Marionette ins Wei\u00dfe Haus gebracht und die Kriege der USA w\u00fcrden dann wohl unver\u00e4ndert weitergehen bzw. weiter eskalieren.<\/p>\n<p>Hoffen wir, dass Trump wirklich am Frieden interessiert ist, und sei es auch nur aus pers\u00f6nlich-gesch\u00e4ftlichen Gr\u00fcnden. Denn die Alternative w\u00e4re ein permanent eskalierender Krieg ohne Ende, bis hin zu Weltkrieg III.<\/p>\n<h3>Wer braucht heute Wahlm\u00e4nner?<\/h3>\n<p>Noch eine m\u00f6gliche Folge dieser Wahl k\u00f6nnte die Abschaffung des gesamten antiquierten Wahlm\u00e4nner-Systems sein. Es wurde schlie\u00dflich zu einer Zeit geschaffen, als die Postkutsche das schnellste Verkehrsmittel war. Um die Entscheidung eines neuen Bundesstaates irgendwo im Westen bis nach Washington D.C. zu bringen, war eben das sicherste, pro soundso vielen Stimmen einen Wahlmann zu stellen. Nach der Wahl fuhren diese Wahlm\u00e4nner per Postkutsche nach Washington, hier gaben sie die Stimmen ab, sozusagen in Vertretung aller ihrer B\u00fcrger, die ja nicht allesamt nach Washington reisen konnten.<\/p>\n<p>Die (an sich) nahe liegende Idee, einfach die Stimmzettel selbst per Kutsche nach Washington zu bef\u00f6rdern, wurde sofort verworfen. Zu einfach (und wahrscheinlich auch zu verlockend) w\u00e4re es f\u00fcr den Verlierer einer solchen Wahl, durch den simplen \u00dcberfall auf eine Postkutsche eine verlorene Wahl v\u00f6llig \u00bbannullieren\u00ab zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Abgesehen vom Zeitverlust erscheint diese Methode heute archaisch und antiquiert, und sie hat einen weiteren wesentlichen Nachteil, den heuer Hillary Clinton ausbaden durfte: Obwohl insgesamt rund 2,7 Millionen Amerikaner mehr f\u00fcr sie stimmten als f\u00fcr Trump, konnte der mehr Wahlm\u00e4nner f\u00fcr sich gewinnen. Schuld daran ist diese \u00bbthe winner takes it all\u00ab-Mentalit\u00e4t: Wer in einem Staat die Mehrheit hat, erh\u00e4lt <em>alle<\/em> Wahlm\u00e4nner dieses Staates. Die Stimmen aller, die gegen diesen Kandidaten gestimmt haben, fallen durch den Rost und sind verloren \u2013 auch wenn dies USA-weit die Mehrheit f\u00fcr den anderen Kandidaten ergeben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Und genau das war bei dieser Wahl nach 2001 erneut der Fall. Hillary verlor die Wahl letztendlich trotz Stimmenmehrheit \u2013 dank des Wahlm\u00e4nner-Systems.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war die \u00dcberraschung schlechthin. Donald Trump erkl\u00e4rte in einer Rede (siehe hier) \u00f6ffentlich: \u00bb&#8230;und wir m\u00fcssen damit aufh\u00f6ren, in fremde L\u00e4nder einzumarschieren, um dort Regierungen zu st\u00fcrzen, die wir nicht einmal kennen&#8230;!\u00ab Was wird das? 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