{"id":525,"date":"2020-10-16T00:18:29","date_gmt":"2020-10-15T22:18:29","guid":{"rendered":"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/?p=525"},"modified":"2020-10-17T16:48:41","modified_gmt":"2020-10-17T14:48:41","slug":"wer-will-krieg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/?p=525","title":{"rendered":"Der n\u00e4chste Krieg"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/weblog.hochhaltinger.net\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Panzer-e1602800868571.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-593\" width=\"193\" height=\"168\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Wir normalen Menschen wollen keinen Krieg, der bringt nur Tod, Leid und Elend. Allerdings gibt es durchaus Menschen, die den n\u00e4chsten Krieg kaum mehr erwarten k\u00f6nnen. Denn der wird sie unvorstellbar reich machen \u2013 noch viel reicher, als sie ohnedies schon sind. Der Zoll an Menschenleben ist ihnen dabei egal, denn ein Menschenleben hat keinerlei Wert f\u00fcr sie \u2013 ausgenommen ihr eigenes nat\u00fcrlich. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend in Friedenszeiten jede neue staatliche Ausgabe genau gepr\u00fcft und hinterfragt wird, so \u00e4ndert sich dies, sobald \u00bbdas Vaterland ruft\u00ab. Haben erst einmal die Milit\u00e4rs das Sagen, dann werden die Entscheidungen in der Regel \u00bbalternativlos\u00ab und m\u00fcssen unter allen Umst\u00e4nden durchgezogen werden \u2013 koste es (buchst\u00e4blich), \u00bbwas es wolle\u00ab. Denn sonst k\u00f6nnte ja \u00bbder Feind\u00ab eine Vorteil daraus ziehen. Und wer dieser \u00bbFeind\u00ab jeweils ist, das erkl\u00e4ren uns die Politiker und die B\u00fcrger k\u00f6nnen es dann den bew\u00e4hrten Mainstream-Medien entnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auswirkungen eines Krieges auf die Wirtschaft werden schnell sichtbar. Wirtschaftszweige, die zuvor am Rand einer Krise standen, laufen pl\u00f6tzlich auf Hochtouren und berichten auf einmal wieder von vollen Auftragsb\u00fcchern. Allerdings werden darin nun keine zivilen G\u00fcter mehr geordert, sondern fast ausschlie\u00dflich Ausr\u00fcstungen und Transportmittel f\u00fcr das Milit\u00e4r.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber egal, durch die pl\u00f6tzlich immens angestiegene Nachfrage (wenn auch vorwiegend nach Kriegsprodukten!) gibt es pl\u00f6tzlich kaum mehr Arbeitslose. Genau besehen ist dies allerdings eine zweifelhafte \u00bbErfolgsmeldung\u00ab, die in \u00e4hnlicher Form schon 1933 Hitler an die Macht geschwemmt hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wem n\u00fctzt das Ganze?<\/h4>\n\n\n\n<p>Das n\u00fctzt nat\u00fcrlich der gesamten Wirtschaft in der USA, weil nun wieder alle Arbeit haben. Die Menschen verdienen wieder Geld und k\u00f6nnen sich deshalb auch wieder mehr leisten. Durch die aus diesem Grund gestiegene Nachfrage steigt die Nachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften noch weiter an \u2013 der Boom ist in vollem Gang.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfen Gewinner dieser Entwicklung sind die R\u00fcstungsfirmen. In Friedenszeiten wurden sie vergleichsweise knapp gehalten, auch wenn uns das amerikanische Milit\u00e4rbudget gewaltig erscheinen mag. Aber das ist noch gar nichts gegen den finanziellen Aufwand, der im Fall eines Kriegen f\u00fcr die Aufr\u00fcstung verf\u00fcgbar wird; nun ist f\u00fcr das Milit\u00e4r buchst\u00e4blich \u00bbnichts mehr zu teuer\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht die R\u00fcstungsfirmen selbst sind im Fall eines Krieges die allergr\u00f6\u00dften Gewinner. Am allermeisten profitieren jene paar ultrareichen Familien vom Krieg, die schon seit vielen Jahrzehnten den L\u00f6wenanteil aller Aktien dieser R\u00fcstungsfirmen besitzen: Es sind die etwa zw\u00f6lf allerreichsten Familien auf diesem Planeten. <\/p>\n\n\n\n<p>Sobald der US-Dollar in die R\u00fcstung f\u00fcr einen neuen Krieg flie\u00dft, schnellen die Aktienkurse dieser R\u00fcstungsfirmen so weit nach oben, wie man es sich kaum vorstellen kann. Und im gleichen Ausma\u00df vergr\u00f6\u00dfert sich auch der Wert dieser Aktien.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Brotkrumen f\u00fcr die Helfer<\/h4>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die \u00bbzweite Garnitur\u00ab der Reichen, f\u00fcr ihre willigen Helfer, die sich \u00bbnur\u00ab mit nur zweistelligen Dollarmilliarden begn\u00fcgen m\u00fcssen, gibt es dann immer noch die Warentermingesch\u00e4fte \u2013 eine Art Notnagel, damit auch sie hier mitkassieren k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die einzige Voraussetzung: sie m\u00fcssen zu dem Kreis der Eingeweihten geh\u00f6ren, die bereits im voraus von der geplanten Kriegserkl\u00e4rung wissen. Denn nur dann k\u00f6nnen sie Termingesch\u00e4fte auf genau diese R\u00fcstungsaktien abschlie\u00dfen und (scheinbar) unsinnig hohe Summen daf\u00fcr bieten, diese Aktien in (z.B.) drei Monaten zu diesem Preis zu kaufen. <\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter, wenn der Handel f\u00e4llig wird, ist die Katze l\u00e4ngst aus dem Sack; Der Krieg ist erkl\u00e4rt und die Kurse sind so weit oben, dass auch diese (einstmals \u00bb\u00fcberh\u00f6hten\u00ab) Kaufpreise noch mehr als genug Gewinn abwerfen, wenn man sie nun zum fr\u00fcher vereinbarten, niedrigeren Preis kriegen kann und sie zu den nun aktuellen (und extrem hohen) Kursen wieder verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Uns \u00bbNormalsterbliche\u00ab dagegen wird der n\u00e4chste Krieg ebenso unvorbereitet treffen wie die fr\u00fcheren Generationen. Wir werden ganz sicher nichts daran verdienen, er wird uns nur kosten. Das einzige, das er uns bringen wird, werden zerst\u00f6rte St\u00e4dte und unz\u00e4hlige Tote und Schwerverletzte sein, wenn die Bomben fallen. Denn noch etwas d\u00fcrfte sicher sein: Die USA wird sich davor h\u00fcten, den kommenden Krieg in ihr eigenes Land zu lassen. Auch er wird \u2013 wie schon so viele von den USA angezettelte Kriege \u2013 weit weg von den USA stattfinden, auf einem anderen Kontinent, auf dem mit Sicherheit ganz andere Menschen darunter leiden werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Trump als Friedensstifter?<\/h4>\n\n\n\n<p>Noch etwas: Dieser n\u00e4chste Krieg \u2013 wahrscheinlich mit Russland, eventuell auch mit China \u2013 wird mit Sicherheit erst nach Ende der Amtszeit von Donald Trump geschehen. Nicht weil Trump solch ein Friedensstifter w\u00e4re, der Weltfrieden ist ihm v\u00f6llig egal. Aber Trump hat ja vor allem in Russland st\u00e4ndig seine kleinen, sch\u00e4bigen Deals laufen, in denen er seine Position als Pr\u00e4sident ausnutzt, um damit nebenbei ein wenig \u00bbKleingeld\u00ab zu machen, wie er es sein Leben lang getan hat. So etwas ist zwar nach der US-Verfassung strengstens verboten, aber um derartige Kleinigkeiten hat sich der \u00bbstable Genius\u00ab (Eigendefinition) ja noch nie gek\u00fcmmert. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Krieg mit Russland jedoch w\u00fcrde mit einem Schlag alle seine Deals mit russischen Partnern zerschlagen und Trump alles Geld kosten, das er bis jetzt in diese Gesch\u00e4fte investiert hat. Und das d\u00fcrfte viel mehr sein, als man sich im allgemeinen vorstellt. Denn das waren seine letzten Reserven, damit w\u00e4re Trump dann wirklich total pleite. Er hat schon jetzt kein Geld mehr, um sich beispielsweise schnell noch einige Aktien von einschl\u00e4gigen R\u00fcstungsfirmen zu besorgen und kann deshalb auch damit nichts dazuverdienen, wenn Amerika den n\u00e4chste Krieg ausbrechen l\u00e4sst. <\/p>\n\n\n\n<p>Einzig und alleine aus diesem Grund steht Trump bei jeder gr\u00f6\u00dferen milit\u00e4rischen Aktion der USA fest auf der Bremse. Er war niemals beim Milit\u00e4r und hat keinerlei Beziehung zu den Streitkr\u00e4ften. Er hat bekanntlich schon begonnen, beim Milit\u00e4r Kosten einzusparen, zum Horror der Gener\u00e4le. So hat er l\u00e4ngst begonnen, den finanziellen Aufwand f\u00fcr den Unterhalt der US-Besatzungskr\u00e4fte in Deutschland zur\u00fcck zu fahren \u2013 sehr zum Unmut der \u00bbFalken\u00ab in Washington, f\u00fcr die eine strikte Kontrolle der NATO (sprich. Amerikas) \u00fcber das m\u00e4chtigste Land Europas unverzichtbar war.<\/p>\n\n\n\n<p>So lange Trump noch im Amt ist, wird in der Kasse des US-Milit\u00e4rs auch weiterhin notorische Ebbe herrschen. Da bleibt als einziger Ausweg der Verkauf von \u00e4lteren Ger\u00e4ten \u2013 beispielsweise \u00e4ltere Kampfjets, usw. \u2013 an m\u00f6glichst viele \u00bbbefreundete\u00ab L\u00e4nder \u2013 neben Israel vor allem einige arabische Staaten \u2013, um damit zumindest das (von Trump begrenzte) Milit\u00e4rbudget ein wenig zu entlasten. <\/p>\n\n\n\n<p>Unterm Strich f\u00fchrt dies also zur paradoxen Situation, dass genau jener Pr\u00e4sident, dem sein Milit\u00e4r v\u00f6llig egal ist und der als Pr\u00e4sident verfassungswidrige Deals mit zweifelhaften Partnern in anderen Staaten anleiert, dadurch auch zum Weltfrieden und zur Stabilisierung der internationalen Beziehungen beitr\u00e4gt. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber zugleich spaltet er die eigene Bev\u00f6lkerung und hetzt Gruppen mit gegens\u00e4tzlichen Interessen mit Genuss gegeneinander. Das beweist, dass ihm ein friedliches Zusammenleben verschiedener Gruppen v\u00f6llig egal ist. Sein (de-facto) Streben nach Frieden speziell mit Staaten wie Russland liegt also ausschlie\u00dflich in seiner Geldgier begr\u00fcndet. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir normalen Menschen wollen keinen Krieg, der bringt nur Tod, Leid und Elend. Allerdings gibt es durchaus Menschen, die den n\u00e4chsten Krieg kaum mehr erwarten k\u00f6nnen. Denn der wird sie unvorstellbar reich machen \u2013 noch viel reicher, als sie ohnedies schon sind. 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